
Das spanische Filmdrama „Sorda – Der Klang der Welt“ von Eva Libertad ist kürzlich mit dem von EU-Bürger:innen und Abgeordneten des Europaparlaments verliehenen LUX Audience Award 2026 ausgezeichnet worden. Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments lobte insbesondere dessen empathischen Einblick in das Leben einer gehörlosen Mutter, die sich in einer Welt zurechtfinden muss, die nicht für sie gemacht scheint.
Zum 19. Mal hat das Europaparlament in Straßburg den LUX Audience Award verliehen, der von EU-Bürger:innen und Abgeordneten vergeben wird. Mit dem Filmpreis des Europäischen Parlaments werden seit 2007 alljährlich filmische Beiträge ausgezeichnet, die sich Themen wie Integration, Inklusion und Diversität annehmen und den Reichtum der sprachlichen Vielfalt in Europa widerspiegeln. Der Gewinnerfilm „Sorda – Der Klang der Welt“ von Eva Libertad setzte sich gegen vier weitere nominierte Produktionen durch und überzeugte vor allem mit seinen inklusiven Perspektiven über Mutterschaft und Erziehung. Premiere feierte das spanische Familiendrama im vergangenen Jahr auf der Berlinale; zum Kinostart am 30. Oktober 2025 kürte die Katholische Filmkritik den Film zum Kinotipp.
In „Sorda“, auf Deutsch übersetzt „Taub“, bekommt die gehörlose Ángela (Miriam Garlo) mit ihrem hörenden Ehemann Héctor (Álvaro Cervantes) ein Kind. Während die Beziehung zu zweit noch harmonisch war, bringen Schwangerschaft und Erziehung Konflikte mit sich, die sich auch aus der ungleichen Kommunikation speisen. Ángela fühlt sich von ihrem Mann nicht ausreichend unterstützt und wirft ihm unter anderem vor, dass er mit dem Kind nur verbal kommuniziere, aber nicht gebärdet. Héctor wiederum ist bei der Erziehung und im Haushalt sehr aktiv und findet, dass Ángela sich nicht ausreichend um die Tochter kümmere. Zunehmend fühlt sich die Mutter im Umgang mit ihrer Tochter überfordert.
Entgegengenommen haben die Auszeichnung in Frankreich Produzentin Nuria Muñoz sowie Regisseurin Eva Libertad, die in ihrer Dankesrede die anderen nominierten Filme erwähnte, zu denen u.a. das norwegische Filmdrama „Sentimental Value“ oder „Ein einfacher Unfall“ vom iranischen Regisseur Jafar Panahi gehörten. Zudem appellierte Libertad an mehr Inklusionsmaßnahmen und Diversität innerhalb gesellschaftlicher Strukturen und in Europa.
Sabine Verheyen, Vizepräsident des Europaparlaments, lobte in der anschließenden Pressekonferenz die einfühlsame Darstellung des Gewinnerfilms davon, „wie Behinderung den Weg einer Frau durch die Mutterschaft prägt und wie mangelnde Barrierefreiheit jeden Aspekt von Schwangerschaft und Familienleben beeinträchtigen kann“. Darin sehe man einen direkten Zusammenhang mit den „laufenden Bemühungen des Parlaments, Barrierefreiheit und Gleichstellung in der gesamten Union zu stärken“. Der Film fordere dazu auf, „anders zuzuhören und ein Europa zu schaffen, in dem niemand ungehört bleibt“. Tatsächlich hat sich durch den Film praktisch etwas geändert, führt Verheyen fort: So gibt es in spanischen Krankenhäusern mittlerweile ein Protokoll, das beschreibt, wie man mit gehörlosen Schwangeren umgehen sollte.
Ermittelt werden die Preisträger des LUX Audience Award durch ein öffentliches Voting und eine Abstimmung der Europaabgeordneten, die jeweils zu 50% gewichtet werden. Zu den Gewinnern gehörten in der Vergangenheit beispielsweise „Toni Erdmann“ von Maren Ade und „Das Lehrerzimmer“ von İlker Çatak. In diesem Jahr waren die nominierten Filme erstmals mit Untertiteln für Gehörlose und Hörgeschädigte versehen – passend zur inklusiven Thematik des Siegerfilms.























































