Anlässlich des Filmfestivals in Cannes zeigt der Arthouse-Streamingdienst eine Reihe mit afrikanischen Filmen, die in früheren Jahren in Cannes Premiere hatten. Außerdem im Programm sind Paolo Sorrentinos „La Grazia“ und Ulrike Ottingers „Berlin“-Trilogie.
Mitte Mai beginnt das Filmfestival in Cannes, und wie jedes Jahr spiegelt sich dieser Termin auch im Mai-Programm von MUBI wieder. Dieses Jahr richtet der Arthouse-Streamingdienst seinen Fokus auf afrikanische Filme, die in früheren Jahrgängen in Cannes Premiere hatten. Die Reihe umfasst acht Filme aus unterschiedlichen afrikanischen Ländern und quer durch die Filmgeschichte. Bereits seit April 2026 verfügbar ist der Film „My Father’s Shadow“, der letztes Jahr in Cannes Premiere hatte. Regisseur Akinola Davies Jr. schildert darin aus der kindlichen Perspektive zweier Jungen, die mit ihrem Vater einen Ausflug in die nigerianische Metropole Lagos unternehmen, wo der Vater arbeitet. Der Film folgt den Erlebnissen der Familie auf leicht traumwandlerische Weise und verbindet mit der Familiengeschichte am Rande den Blick auf eine kritische Phase der nigerianischen Geschichte: Er spielt während der von der Hoffnung auf politischen Wandel getragenen Präsidentschaftswahlen im Jahr 1993, die dann aber vom Militär für ungültig erklärt wurden.
Neben weiteren jüngeren Filmen wie dem kenianischen Drama „Rafiki“ um die Liebe zwischen zwei Frauen (2018) umfasst die Reihe ab 8. Mai auch diverse Klassiker wie ein Werk des großen ägyptischen Regisseurs Youssef Chahine („Tödliche Rache“, 1954) oder den algerischen Historienfilm „Chronik der Jahre der Glut“ (1975) von Mohamed Lakhdar-Hamina.
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Außerdem hat der Streamingdienst wieder diverse aktuelle Filme im Angebot, die MUBI in den letzten Monaten in die Kinos gebracht hatte. Ein Highlight darunter ist ab 8. Mai Paolo Sorrentinos „La Grazia“, der letztes Jahr das Filmfestival von Venedig eröffnete. Sorrentinos Stamm-Schauspieler Toni Servillo verkörpert einen fiktiven italienischen Präsidenten, der kurz vorm Ruhestand mit heiklen, moralisch schwierigen Entscheidungen konfrontiert wird: Er muss abwägen, ob er ein Gesetz zur Legalisierung von Sterbehilfe mit seiner Unterschrift auf den Weg bringen will, und entscheiden, wie er mit zwei Gnadengesuchen von wegen Mordes verurteilten Straftätern umgeht.
Kammerspiel um den Fotografen Peter Hujar
Außerdem zeigt MUBI ab 22. Mai einen Film, der ein interessantes Schlaglicht auf den Fotografen Peter Hujar wirft, dem aktuell Ausstellungen in der Bundeskunsthalle Bonn und im Gropius Bau in Berlin gewidmet sind. “Peter Hujar’s Day” von Regisseur Ira Sachs stützt sich auf ein Interview der Schriftstellerin Linda Rosenkrantz mit dem Fotografen und setzt die Gesprächssituation zwischen den beiden als Kammerspiel um: Ben Whishaw verkörpert Peter Hujar, der 1974 in seinem New Yorker Apartment seine Besucherin (Rebecca Hall) empfängt und mit ihr über seinen Alltag und sein Leben in der queeren Kunst-Szene New Yorks spricht, deren Bild-Chronist er war.
Außerdem hat MUBI im Mai die Berlin-Trilogie von Regisseurin Ulrike Ottinger im Programm. Nachdem im April bereits der Film „Bildnis einer Trinkerin“ verfügbar war, legt MUBI nun mit „Freak Orlando“ (1981) nach, einer eigenwilligen Interpretation der Regisseurin der legendären Romanfigur von Virginia Woolf. Ebenfalls zu sehen ist die Oscar-Wilde-Replik „Dorian Gray im Spiegel der Boulevardpresse“ (1984), die den Dandy-Helden als Figur des Medienzeitalters neu erfindet.
Das MUBI-Programm im Mai im Überblick
- Mai
Reihe „Theater Welt: Ulrike Ottingers Berlin-Trilogie“
Bereits verfügbar: Bildnis einer Trinkerin
Dorian Gray im Spiegel der Boulevardpresse
- Mai
Reihe „Afrikanische Filme in Cannes“
Monangambeee (Kurzfilm von Sarah Moldoror, 1968)
Bereits verfügbar: My Father’s Shadow
- Mai
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Reihe „Now You see Me: Identitätsspielchen”
Ab 22.5.:
- Mai
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